Enttäuschung in der Nachspielzeit

Der VfL Rhede hat in letzter Sekunde den Aufstieg in die Oberliga verpasst. Das Spiel war, besonders in den letzten Minuten, an Dramatik kaum zu überbieten. Der VfL Rhede führte zunächst mit 2:0, ehe der 1.FC Monheim in der 87. und 90+8 Min. zurückschlug.

Der scheidende Linienchef Javier Garcia Dinis verlebte am Sonntag ein unfassbares Drama, das sich rund um den Besagroup-Sportpark abspielte. Nach einem 0:0-Unentschieden im Hinspiel gegen den 1.FC Monheim hatte seine Elf, der VfL Rhede, im Rückspiel der Oberliga-Relegation alle Trümpfe in der Hand. „Das 0:0-Unentschieden ist eine gute Ausgangslage“, berichtete ein angespannter Garcia Dinis vor Spielbeginn. Und er sollte Recht behalten. Seine Elf präsentierte sich auch gestärkt durch die Leistung vom Mittwoch willensstark, präsent und agierte vor 973 zahlenden Zuschauern leidenschaftlich. Und spätestens nach rund einer Stunde wähnten sich die lautstarken VfL-Anhänger Oberliga-Zeiten entgegen. Denn Martin Schüring hatte dem 1:0-Führungstreffer aus der 30. Minuten das 2:0 folgen lassen. Der Matchplan schien aufzugehen, zumal der VfL Rhede in der Folgezeit zunehmend Räume in der Offensive bekam und zehn Minuten vor dem Ende die Entscheidung auf dem Fuß hatte. Der sehr agile Martin Schüring nahm es mit gleich vier Monheimern auf, scheiterte lediglich an Schlussmann Zeler (81.) Javier Garcia Dinis und sein Team schienen am Ziel ihrer Träume angelangt zu sein, ehe das große Zittern begann. Eigentlich sah es so aus, als wenn sich die Gäste aus Monheim schon aufgegeben hätten, aber drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit verkürzte Hombach auf 2:1. Was dann im Anschluss folgte, war kaum zu erklären. „Wir haben im zweiten Durchgang vier gelbe Karten gesehen, zusätzlich zwei Verletzungsunterbrechungen. Daraus ergibt sich bei dem Schiedsrichter eine Nachspielzeit von neun (!) Minuten“, so ein wütender Augenzeuge. Neun Minuten, die den VfL ins Tal der Tränen stoßen sollten. Erst schien VfL-Schlussmann Tebroke noch zum großen Helden zu avancieren. Denn in der 94. Minuten rettete er mit einer Fußabwehr der Marke „Extraklasse“ gegen Afkir. Weitere vier Minuten später stürzte eben jener Monheimer Akteur den VfL ins Tal der Tränen. In der 98. Minute war es Afkir, der nach einem langen Ball auf das Rheder Tor das Leder von der Strafraumgrenze in die Maschen drosch (90+8). Zwar pfiff Schiedsrichter Florian Heien die Partie noch einmal an aber der folgende Flugball kam vor Abpfiff des Schiedsrichters nicht mehr in die Gefahrenzone, sodass es am Ende bei einem 2:2-Unentschieden blieb, das den 1.FC Monheim aufgrund der Auswärtstorregelung in die Oberliga bugsierte.

 

Das Spiel hinterließ bei vielen VfL-Anhängern einen bitteren Beigeschmack. „Acht bis neun Minuten Nachspielzeit ist ein Witz“, so die übertreffende Meinung vieler Fans. Am Ende blieben aufgrund dessen völlig erschöpfte, aber auch immens enttäuschte VfL-Akteure zurück, die vom Publikum mit großem Applaus verabschiedet wurden. „Die Jungs haben heute alles dem Erfolg untergeordnet und sich extrem für den Verein eingesetzt“, fand der stellvertretende Vorsitzende Paul Heuer ausschließlich lobende Worte und sagte weiter: „Dennoch ist es ein enorm bitterer Moment. Aber wir müssen und werden zurückkommen“.

 

Aufstellung:

VfL Rhede: Tebroke, Spieker, Kaczamarek, Volks, Teriete, Haffke (75. Weidemann), Schüring (89. van der Heiden), Bölting, Giese, Lechtenberg, Chciuk (59. Volmering)