VfL-Coach Hufe zieht Zwischenfazit der Vorbereitung

Die Sommer-Vorbereitung des Fußball-Landesligisten VfL Rhede hat Halbzeit. Drei der insgesamt sechs Wochen sind absolviert. Am kommenden Wochenende genießt der 25-köpfige Kader ein erstes freies Wochenende, nachdem man zuvor wöchentlich sechs intensive Einheiten auf dem Platz absolvierte. „Wir müssen uns vieles neu erarbeiten und zusätzlich viele neue Gesichter integrieren“, begründete VfL-Coach Sebastian Hufe vor dem Vorbereitungsstart das Pensum. Die Ergebnisse der jüngeren Vergangenheit bestätigen eine bestechende Frühform des stark verjüngten VfL-Kaders, der in der neuen Spielzeit ein Durchschnittsalter von unter 22 Jahren haben wird. „Das kann ein Nachteil, aber auch ein großer Vorteil sein“, so Hufe, der Spielwitz, physische Stärke und Unbekümmertheit zu seiner Spielphilosophie passende Attribute in den Vordergrund stellt. Der Beweis: Nach der 0:6-Auftaktniederlage gegen Regionalligist Rot-Weiss Essen folgten 6 Testspielsiege in Serie, wenngleich man zuletzt im Spiel gegen SC 26 Bocholt den kräftezehrenden Einheitem Tribut zollen musste und dementsprechend spielerisch nicht zu überzeugen wusste. Zuvor sicherte man sich gleichermaßen verdient, wie auch souverän den 1.Rheder Sparkassen-Cup. Trotz vieler positiver Stimmen im Umfeld bleibt Hufe seiner Linie treu und wird nicht müde, zu betonen, dass es ein weiter Weg wird, Automatismen und Spielphilosophie zu verinnerlichen. Diese Arbeit gilt es in der zweiten Hälfte der Vorbereitung zu bewältigen, doch vorab stellt sich der 32-jährige den kritischen Fragen der VfL-Online-Redaktion:

VfL-Redaktion: Sebastian, wie zufrieden bist du mit dem Verlauf der bisherigen Vorbereitung?

Hufe: Generell bin ich was Fußball angeht, schwierig zufrieden zu stellen. Aber die Jungs machen es zur Zeit schon sehr ordentlich. Was die reinen Ergebnisse angeht, können wir sehr zufrieden sein. Was die Art betrifft, wie wir spielen und spielen  wollen, ist noch Luft nach oben, aber bisher haben wir auch noch keine Gelegenheit gehabt im taktischen Bereichen zu arbeiten. Daher gibt es dort kein Grund zu meckern. Die nächsten 2-3 Wochen wird sich zeigen, wie gut wir gearbeitet haben und ob wir zum Saisonstart gerüstet sind.

VfL-Redaktion: Die Kaderbesetzung umfasst 9 neue Gesichter. Neben drei U19-Akteurem und zwei Reserve-Spielern tragen Robin Ring, Christian Görkes, Thorben Versteegen und Peter Göring neuerdings das VfL-Dress. Außerdem habt ihr mit Lennart Dillhage einen vielversprechenden Neuzugang für die U19 verpflichtet. Wie sind deine Eindrücke vom Kader bzw. den Neuverpflichtungen?

Hufe: Mein Eindruck ist durchgängig positiv, alle Neuen fügen sich gut in die Mannschaft ein. Die Mannschaft macht es den Neuen aber auch sehr einfach. Das zeigt den Charakter der Mannschaft. Ich bin der Meinung dass wir mit den Neuen ein glückliches Händchen auf dem Transfermarkt hatten, alle machen einen guten Eindruck.

VfL-Redaktion: Du hast mit Sven Westhus und Julian Seggebäing zwei neue Vertraute um Dich und arbeitest daher auch in einem aus deiner Sicht neuem Trainerteam. Seid ihr selbst noch in der Eingewöhnungs- oder  Findungsphase? Oder würdest du die Zusammenarbeit als weiter fortgeschritten betrachten?

Hufe: Natürlich sind wir auch noch in einer Findungsphase, trotzdem macht die Arbeit mit den Beiden schon jetzt sehr viel Spaß. Wir sprechen eine Sprache und sind alle drei überdurchschnittlich engagiert. Ich hatte bisher immer das Glück, sehr gute Co.-Trainer zuhaben, was für meine Arbeit und den Erfolg auch extrem wichtig ist.

VfL-Redaktion: Welche Erkenntnisse konntet ihr – positiver oder negativer Art – nach den ersten 3 Wochen sammeln? Wo seht ihr Verbesserungsmöglichkeiten, auch bezogen auf das Umfeld?

Hufe: Erstmal sind die Trainingsbedingungen in Rhede schon sehr gut. Verbessern kann man sich aber überall, dass sollte auch jedermanns Anspruch sein, dass alles im Verein besser wird. Wenn ich Kritik äußern dürfte, die Rasenschnittlänge sowohl im Stadion, als auch auf dem unteren Essen ist für einen gepflegten Fußball immer zu lang. Da würde ich mir wünschen, dass das Schnittbild in Zukunft besser wird. Ich habe mir sagen lassen, dass das Problem schon erkannt worden ist und es kurz- bis mittelfristig verbessert werden soll. Wo man schon gute Fortschritte sieht, ist der Bereich SocialMedia, hier sind wir deutlich präsenter als zuvor. Das sollte gerade für unsere Sponsoren und zukünftigen Sponsoren interessant sein. Wir erreichen mit einem Post auf Facebook zwischen 5-10.000 Menschen.

VfL-Redaktion: Vor dem Vorbereitungsstart hast du dich verhalten zum Thema „Zielsetzung“ gegeben. Nun kennst du die Jungs, die Euphorie im Umfeld nimmt nach der Tragödie zum Saisonende 2016/17 wieder zu. Habt ihr im Kreise der Mannschaft oder im Trainerteam  schon Ziele definieren können?

Hufe: Im Kreise des Trainerteams und der Mannschaft haben wir uns klare Ziele formuliert, schon zum Start der Vorbereitung. Diese Ziele werden wir aber nicht öffentlich kund tun. Es fällt mir auch sehr schwer zum jetzigen Stand eine seriöse Zielsetzung nach Außen zutragen. Daher lasse ich es lieber.
Nach den erfolgreichen Testspielen der letzten zwei Wochen wurden wir schon von allen Seiten auf die Schulter geklopft. Man merkt eine gewisse Euphorie, aber auch die damit verbundene Erwartungshaltung. Ich bin ungern ein Bremser, aber die Realität sind nicht die Testspiele, sondern der VfL Repelen am 13.08.. Dann nämlich geht es um Punkte und erst dann zeigen die Mannschaften Ihr wahres Gesicht.

VfL-Redaktion: In der vergangenen Woche endete der 1. Rheder Sparkassen Cup. Warst du mit dem Verlauf zufrieden? Denkst du, dass es mittelfristig eine Dauereinrichtung im Vorbereitungskalender werden kann?

Hufe: Ich denke die Idee diese Turniere im heimischen BESAGROUP Sportpark in einer Sportwerbe-Woche auszurichten ist der richtige Ansatz. Daher hoffe ich, dass sich dieses Turnier etabliert und dementsprechend wächst. Wir hatten in der Woche sicherlich Pech mit dem Wetter, dazu standen wir zeitlich in direkter Konkurrenz mit den Bocholter Stadtmeisterschaften und die Sommerferien sind angefangen. Daher war der Zeitpunkt um Zuschauer hierher zu locken, evtl. etwas ungünstig. Aber ich freue mich schon jetzt auf den 2. Rheder Sparkassen Cup. Ich möchte dann auch gleich die Gelegenheit nutzen und  mich bei den Initiatoren Hannes und Bärbel Bölting zu bedanken, die Sie dieses Turnier ins Leben gerufen haben.

Abschließend vielen Dank für die netten, offenen und ehrlichen Worte, aber eine Frage muss ich Dir noch stellen. Wo siehst du den VfL Rhede am 1. Juli 2018?

Hufe: Ich habe meine Glaskugel gerade nicht dabei, aber ich denke wir werden am 01.07. wieder hier auf der Anlage stehen und uns auf die Saison 18/19 vorbereiten. Also auch zur nächsten Saison wird der Ball im BESAGROUP Sportpark rollen.