0:0-Unentschieden – VfL begegnet Starensemble mit Leidenschaft


Der VfL Rhede hat am 10. Spieltag gezeigt, was taktische Disziplin und unbändiger Teamspirite ausmacht. Im Duell mit dem Scherpenberger Starensemble um Aydogmus, Sogojli, Kuta und Bougjdi erkämpfte sich die Hufe-Elf ein torloses Unentschieden.

„Wir müssen heute schlichtweg unangenehm sein – in jeglicher Hinsicht“, forderte Hufe vor Spielbeginn seine Mannschaft auf, mit einer Extraportion Leidenschaft aufs Spielfeld zu gehen und passte die taktische Ausrichtung daran an. Marvin Bölting rückte von der zentralen Rolle im Mittelfeld in die Abwehrkette, sodass Hufe das eigene Zentrum verdichtete. Im Nachhinein war es eine taktische Ausrichtung, an der sich das Scherpenberger Starensemble die Zähne aufbeißen sollte. Über 90 Minuten waren die Gäste aus dem Moerser Stadtteil nämlich nur drei Mal gefährlich vor dem VfL-Gehäuse. Nach 28 Minuten setzte der ehemalige Akteur des 1.FC Bocholt El Houcine Bougjdi zum Fallrückzieher an. Nach 62 Minuten fand der eingewechselte Maximilian Stellmach im herauseilenden VfL-Schlussmann Marc Tebroke seiner Meister. Und auch nach 74 Minuten war Tebroke abermals zur Stelle, als Meikel Kuta zum Freistoß ansetzte.

Auf der Gegenseite mussten die Zuschauer im BESAGROUP-Sportpark lange auf die erste, nennenswerte Offensivaktion warten. „Wir sind erst im zweiten Durchgang, ungefähr ab der 60 Minute mutiger geworden. Da haben die Jungs gemerkt, dass gegen hoch favorisierte Scherpenberger durchaus etwas möglich ist“. Der ehemalige U19-Akteur David Rehms, der heute zum Landesliga-Debüt kam, gab nach rund einer Stunde einen ersten Warnschuss ab. Yannik Oenning, heute in ungewohnter Position, aber starker Verfassung, kam mit seinem Versuch nach 66 Minuten dem SVS-Gehäuse schon weitaus näher. Nur um eine Fußlänge scheiterte Simon Lechtenberg nach 76 Minuten an einem Torerfolg, der zu diesem Zeitpunkt vielleicht nicht ganz verdient gewesen wäre. Strittig wurde es noch einmal in der Schlussminute, als Alex Giese plötzlich im Scherpenberger Strafraum zu Boden ging. Da der souveräne Schiedsrichter Florian Nakot weiterspielen ließ, blieb es am Ende bei einem glücklichen Punktgewinn, der aber Dank einer leidenschaftlichen und taktisch disziplinierten Vorstellung nicht ganz unverdient war.

Dem pflichtete nach Spielschluss auch der Scherpenberger Co-Trainer Timo Barbeln bei: „Heute war es für uns das erste Spiel in der Landesliga, wo der Gegner sehr tiefstehend agierte. Wir haben über die gesamte Spielzeit keine Mittel gegen dieses Defensivbollwerk gefunden“. Sein Gegenüber, Sebastian Hufe, sprach nach Spielschluss von einer „vorbildlichen Umsetzung seines Matchplans“ und stellte fest: „Wir mussten unsere Rolle im Spiel heute zunächst einmal finden. Uns fehlen derzeit einfach die Mittel und personellen Ressourcen, um gegen einen Gegner dieser Qualität offensiver zu agieren“, so Hufe, dessen Elf verletzungsbedingt im Spiel auch Jan-Niklas Haffke (14.) und Christian Görkes (34.) ersetzen musste.