U12 mit Remis gegen Viktoria Wesel

10.04.2019 - Aktuelles · D-JuniorenLesezeit ca. 4 Minuten -

Auch Minuten nach Abpfiff stand die U12 des VfL Rhede noch fassungslos und mit entsetzten Gesichtern im Mittelkreis. Trainerteam Florian Heistermann und Fabian Fischer versuchten ihre Schützlinge zu trösten und aufzubauen, waren jedoch nach diesem Spiel selber genauso mitgenommen wie ihre Spieler: „Das war heute für uns alle eine gefühlte Niederlage, das tut richtig, richtig weh“, gab Heistermann später, immer noch konsterniert aufgrund des Spielverlaufs, zu Protokoll. Was war passiert? Im Heimspiel auf dem Kunstrasenplatz im Besagroup Sportpark gegen den U13 Nachwuchs von Viktoria Wesel gab vom Anpfiff weg, bei besten äußeren Bedingungen, nur eine Mannschaft den Ton an: Der VfL Rhede. Das Team zeigte seine spielerisch wohl bisher beste Leistung in dieser schweren Rückrunde, hatte bereits in den ersten 10 Minuten drei richtig dicke Torchancen und spielte den Gast aus Wesel zeitweise regelrecht an die Wand.

Doch was der U12- Nachwuchs an den sich auch im weiteren Verlauf des Spiels reihenweise bietenden Tormöglichkeiten liegen ließ, reicht eigentlich für fünf Spiele. „Das war im negativen Sinne nicht mehr zu toppen, wie wir uns in Sachen Effektivität präsentiert haben. Das ist kaum in Worte zu fassen. Irgendwann habe ich gehofft, dass gleich einer mit der versteckten Kamera um die Ecke kommt“, flüchtete sich Florian Heistermann fast schon in Galgenhumor. In der 13. Spielminute schien jedoch zunächst alles gut zu werden: Nach einem Ballgewinn im zentralen Mittelfeld und der daraus resultierenden Umschaltaktion überrannte Lukas Keil die weseler Defensive und bediente den mitgelaufenen Ahmad Malik, der endlich zur mehr als überfälligen 1:0 Führung traf. Anschließend hatte der VfL das Spielgeschehen bis kurz vor dem Pausentee komplett im Griff, dominierte nach Belieben und erspielte sich eine Torchance nach der anderen. Einziges Manko: Der Ball wollte einfach nicht im Netz landen. Die Gäste aus Wesel, deren einziges Mittel ihre Physis und lange Bälle waren, versuchten durch permanentes Zeitspiel immer wieder das Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Und der U12 Nachwuchs ließ sich gegen Ende des ersten Durchgangs unerklärlicherweise davon anstecken. Und so kam es, wie es kommen musste: In der 29. Minute, in der sich der VfL gedanklich wohl schon in der Pause befand, unterliefen dem bis dahin fast beschäftigungslosen rheder Keeper Paul Gach und Lukas Nienhaus ein folgenschweres Missverständnis in der Spieleröffnung, das dazu führte, das der davon profitierende weseler Angreifer den Ball vor die Füße serviert bekam und nur noch locker zum Ausgleich einschieben musste. Der Spielverlauf war damit komplett auf den Kopf gestellt.

Mit Beginn von Durchgang zwei zog die U12 das Tempo dann wieder voll an. Und es ging, wie schon in den ersten 25 Minuten, nur in eine Richtung. Lukas Nienhaus, Lukas Keil und der eingewechselte Kapitän Jannis Kemmerling hatten innerhalb von acht Minuten wieder drei hundertprozentige Chancen. Doch entweder war das Aluminium im Weg, oder der Ball ging um Zentimeter am Tor vorbei. Es war wie verhext. Und dann fing plötzlich auch noch der Schiedsrichter an, der an diesem Tag aufgrund der Nichtansetzung eines offiziellen Unparteiischen aus den Reihen der Gäste gestellt wurde, eine entscheidende Rolle zu spielen. In der 38. Minute erhielt die Viktoria einen sehr zweifelhaften Freistoß, der dann lang ausgeführt wurde. Die VfL Defensive stand eigentlich gut, aber der Ball rutschte trotzdem irgendwie durch auf den sich klar im Abseits befindenden Angreifer der Gäste. Doch das Tor zählte trotzdem. Und zu allem Überfluss nutzte Viktoria Wesel die kurzzeitige Schockstarre der Gastgeber im Anschluss auch noch eiskalt zu zum 1:3 (40.). Die Welt stand für die U12 in diesem Moment völlig auf dem Kopf. Aber entgegen der Befürchtung, das Team würde jetzt einbrechen, zeigte der VfL nur zwei Minuten später die richtige Reaktion: Jan Stenneken setzte sich auf dem linken Flügel durch und wollte mit einer Flanke den gut postierten Lukas Nienhaus im Zentrum bedienen. Der Ball wurde jedoch im Strafraum durch ein absichtliches Handspiel unterbunden, welches der Schiedsrichter auch ahndete. Den Elfmeter verwandelte Lukas Nienhaus souverän zum Anschlusstreffer (42.). Das war nun der Dosenöffner für die Schlussoffensive: In der 46. Minute war es Jan Stenneken, der seinem Team mit einem sehr sehenswerten Treffer aus der Distanz den Ausgleich bescherte.

Das Spiel wurde jetzt zunehmend hitziger und hektischer. Die Gastgeber warfen alles nach vorne und wollten mit aller Macht den Sieg, waren vor dem Tor aber zu nervös. Der Kopf spielte jetzt eine zu große Rolle. Aber in der 55 Minute war es dann doch soweit: Lukas Nienhaus und Ahmad Malik liefen in einer zwei gegen eins Situation auf das gegnerische Tor zu, während die stehend K.O. wirkenden Gäste nicht mehr schnell genug umschalten konnten. Nienhaus spielte den Ball dann quer auf Malik, der klar vor dem Ball und auch vor dem letzten Weseler Verteidiger stand und endlich eiskalt einnetzte. Das gesamte VfL Team befand sich schon im kollektiven Jubelmodus, da entschied der Schiedsrichter plötzlich auf Abseits. Diese bewusst falsche und unsportliche Entscheidung sorgte bei den Verantwortlichen des VfL verständlicherweise für große Wut und lautstarken Protesten, welche der gegnerische Trainer und auch der Schiedsrichter zum Anlass nahmen, in die Rheder Coachingzone zu laufen und fast ein Handgemenge anzuzetteln. Als sich die Gemüter nach einigen Minuten wieder etwas abgekühlt hatten und das Spiel weiterlief, pfiff der Schiedsrichter auch noch in der 58. Minute ab, obwohl die Zeit demnach regulär noch nicht einmal um war. Am Ende blieb es also beim für die U12 bitteren 3:3 und zwei verlorenen Punkten.

„Das war eine absolute Frechheit und an Unsportlichkeit nicht mehr zu überbieten. Natürlich sind wir alle laut geworden und haben gegen diese Entscheidung protestiert, aber als Reaktion darauf zu unserer Bank zu rennen und fast noch Handgreiflich zu werden, dass ist echt heftig und hat auf dem Fußballplatz nichts verloren. Aber wenn man fußballerisch keine Mittel hat, muss man sich eben so die Punkte erschleichen“, drückte Trainer Florian Heistermann sein großes Unverständnis für das Verhalten des Gegners aus. „Nichts desto trotz haben wir uns selber zuzuschreiben, dass wir nicht gewonnen haben. Wir hatten mehr als genug Möglichkeiten, müssen zur Halbzeit bereits mit vier oder fünf Toren unterschied führen. Dann sind solche Entscheidungen wie fünf Minuten vor Schluss auch nicht mehr relevant für uns.“

Aufstellung: Gach, Schmeing (36. Grunden), Keil, Nienhaus, Malik, Stenneken, Seggewiß (32. Bero), Bußkamp (32. Kemmerling), Stenert (32. Harbers)

 

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